Was Patienten beachten sollten

Lieferengpässe von Medikamenten

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Ist mein Medikament vorrätig? Patienten müssen sich diese Frage in jüngster Zeit immer häufiger stellen.

Immer häufiger können Apotheker Arzneimittel aufgrund von Lieferschwierigkeiten der Hersteller nicht mehr an Patienten abgeben. Die Apothekerkammer Niedersachsen informiert, welche Arzneimittelgruppen besonders betroffen sind und was Patienten beachten sollten.

„Ihr Medikament ist leider aus“

Immer häufiger kommt es bei Medikamenten zu Lieferengpässen. Sie dauern zwischen wenigen Tagen bis hin zu einem halben Jahr. Nicht nur seltene Medikamente sind betroffen, auch Arzneimittel gegen Volkskrankheiten fehlen immer öfter, zum Beispiel Antidiabetika, Antibiotika und Schmerzmittel.

Die Gründe sind vielfältig: Wenn neue Rabattverträge beginnen, kommt der neue und zumeist einzige Rabattpartner häufig nicht mit der stark gestiegenen Nachfrage zurecht. Es dauert meist einige Wochen bis die Produktion dem Bedarf angepasst ist. Schwierigkeiten bei der Herstellung oder Verschiebungen aus dem deutschen Arzneimittelmarkt in andere Länder behindern die Arzneimittelversorgung ebenso. Viele Medikamente werden außerhalb der EU hergestellt, das führt zu langen Transportwegen. Die Konzentration auf wenige Zulieferer und Produktionsstätten verschärfen das Problem zusätzlich. Ein kleines technisches Problem in einem großen Herstellbetrieb führt schnell zu langfristigen Lieferausfällen.

Frühzeitig Rezepte vorlegen

Apotheker raten davon ab, große Mengen von Arzneimitteln zu Hause einzulagern. Vielmehr ist es sinnvoll, nicht bis zum letzten Tag zu warten, bis man wieder ein Rezept beim Arzt holt und in der Apotheke vorlegt. So hat der Apotheker ausreichend Zeit, das gewünschte Medikament beim Großhandel oder beim Hersteller nachzufragen.

Bei dringendem Bedarf greift der Apotheker auf ein wirkstoffgleiches Präparat eines anderen Anbieters zurück, um die Therapie des Patienten nicht zu unterbrechen. Alternativ kann der Apotheker auf eine andere Stärke oder Packungsgröße des verlangten Arzneimittels ausweichen. In diesem Fall sollten sich Patienten beim Apotheker über die korrekte Dosierung genau informieren, damit es nicht zu Anwendungsfehlern kommt. Eine geringe Stärke oder kleinerer Packungsgröße kann eine höhere Zuzahlung zur Folge haben. Der Apotheker bespricht mit dem Patienten individuell, welche Lösung für ihn am besten ist.

Apotheker fordern mehr Sicherheit

Um Patienten zu entlasten und die Arzneimitteltherapie sicherzustellen, fordern die Apotheker eine stabile Versorgung mit Arzneimitteln. Dies bedeutet auch, Rabattverträge vor dem Hintergrund der Lieferengpässe zu hinterfragen. Ebenso befürworten die Apotheker mehr Sicherheitspuffer in Planung, Herstellung, Lagerung und Transport von Arzneimitteln. Das aktuelle Preisdumping führt zu einer gefährlichen Konzentration auf wenige, große Anbieter. Die Konsequenzen trägt am Ende der Patient.

„Der Patient benötigt in erster Linie eine sichere und sinnvolle Therapie. Er wird nicht gesund, wenn er sich ständig sorgen muss, ob seine Herztabletten überhaupt noch verfügbar sind“, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen. Es ist Aufgabe von Politik und Wirtschaft, auf europäischer Ebene eine stabile Versorgung mit wichtigen Arzneimitteln sicherzustellen.

Autoren

05.12.2013 | Sandra Göbel/Apothekerkammer Niedersachsen
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