Lebensmittelhygiene schützt vor Keimen

Entwarnung für MRSA im Grillfleisch

Rainer Sturm/ pixelio
Gart man rohes Fleisch beim Grillen gut durch, werden Krankheitserreger zuverlässig abgetötet.

Abgepacktes mariniertes Grillfleisch ist häufig mit MRSA-Keimen belastet. Diese Nachricht lies vielen Grillfreunden Würstchen und Steaks im Hals stecken bleiben. Doch jetzt gibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Entwarnung. Hält man sich an allgemeine Hygieneregeln, brennt beim nächsten Grillfest gesundheitlich garantiert nichts an. Abgepacktes Fleisch bedenkenlos genießen

MRSA ist die Abkürzung für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, eine spezielle Gruppe von Bakterien. Sie verursachen Wundinfektionen und Entzündungen der Atemwege und sind resistent gegen gängige Antibiotika. Eine Studie im Auftrag der Partei „Die Grünen“ hat jetzt ergeben, dass abgepacktes mariniertes Grillfleisch häufig mit MRSA-Keimen belastet ist. Im Test wurden Fleischproben aus 13 deutschen Städten untersucht. Das Ergebnis: 14 Prozent der Proben enthielten MRSA-Keime. Doch Grillfreunde können aufatmen und müssen künftig nicht auf ihr Fleisch verzichten. Nach Angaben des BVL geht von abgepacktem Grillfleisch keine besondere Gefahr aus. Es besteht kein erhöhtes Risiko, zum Überträger der Keime zu werden oder sich mit ihnen anzustecken. Lediglich Landwirte und Tierärzte im intensiven Kontakt mit MRSA-infizierten Tieren sind stärker gefährdet. Keimen den Garaus machen

Nichtdestotrotz ist es wichtig, beim Umgang mit rohem Fleisch oder anderen leicht verderblichen Lebensmitteln bestimmte Hygieneregeln einzuhalten. Sie schützen generell vor Keimen in Lebensmitteln, beispielsweise Salmonellen. Mit den Tipps der BARMER GEK wird der Grillabend zum sicheren Vergnügen ohne böse Überraschungen am nächsten Tag.

Besonders anfällig für Salmonellen sind Hackfleisch, Wurst, Geflügel und eihaltige Speisen. Die Keime sind weder zu sehen, riechen oder schmecken. Deshalb sollten empfindliche Lebensmittel stets gekühlt werden. Lagern Sie Fleisch am besten unverpackt im Kühlschrank und tauen Sie gefrorenes Grillgut dort langsam auf. Bewahren Sie rohe Fleischprodukte nicht direkt neben Brot oder Blattsalaten auf. Wer bei Freunden oder in der Natur grillt, transportiert Fleisch und Salate am besten in einer Kühlbox zum Grillplatz. Auch bei den Vorbereitungen in der Küche ist Hygiene wichtig. Benutzen Sie zum Zubereiten von Fleisch separate Messer, Schneidebretter und Teller und reinigen Sie diese nach Gebrauch gründlich mit heißem Wasser. Nach dem Hantieren mit rohem Fleisch, Geflügel und Eiern ist Händewaschen Pflicht. Außerdem gilt für den Grillmeister: Fleisch immer vollständig durchbraten, damit keine Krankheitskeime über den rohen Fleischsaft übertragen werden. Benutzen Sie deshalb auch für rohes Fleisch und fertiges Grillgut unterschiedliche Teller. Nachspeisen ohne Ei

Speziell bei großer Hitze sollten Sie auf Beilagen und Desserts mit rohen Eiern oder Sahne verzichten. Frisches Obst ist eine gute Alternative zu eihaltiger Mousse au Chocolat oder Tiramisu. Melonen oder Ananas liegen nicht so schwer im Magen, sondern sind herrlich erfrischend. Wer bei Kartoffel- oder Nudelsalat nicht auf Mayonnaise verzichten will, kann diese mit einem hartgekochten Ei selbst herstellen. Dazu das Eigelb auslösen, mit einer Gabel zerdrücken und die restlichen Zutaten wie Öl und Senf zugeben. Generell gilt für Grillgut, Beilagen und Nachspeisen: Direkt am Zubereitungstag verzehren und nichts aufbewahren. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, haben Keime keine Chance.

Autoren

19.08.2014 | Anne Jantos/ BVL, BARMER GEK
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