Akupunktur

Nadeln gegen den Schmerz:

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Piekst nicht und hilft gegen Schmerzen: Bei der Akupunktur kommen hauchdünne Nadeln zum Einsatz.

Sie ist ein traditionelles Heilverfahren und erfreut sich hierzulande immer größerer Beliebtheit: Die Akupunktur. Wie sie funktioniert und wann sich der Einsatz lohnt.

Energiefluss ins Gleichgewicht bringen

Nach der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sitzt die Lebensenergie „Qi“ eines jeden Menschen in seinen Organen. Von dort durchströmt sie den ganzen Körper. Die Kanäle, durch die die Lebensenergie fließt, heißen Meridiane. Jeder Meridian ist einem Organ oder einem Organsystem zugeordnet. Ein Mensch gilt als gesund, wenn die Lebensenergie ungehindert fließt. Ist der Energiefluss des Qi gestört, kommt es zu Krankheiten. An dieser Vorstellung setzt die Akupunktur als Teilgebiet der TCM an: Die Meridiane öffnen sich auf der Haut als so genannte Nadelpunkte. Stiche durch diese Punkte sollen den gestörten Energiefluss ausgleichen und so Beschwerden wie Schmerzen lindern.

Schmerzen wegstechen

Ein Akupunkteur muss zunächst feststellten, welchen Organen es an Lebensenergie mangelt. Dies findet er heraus, indem er die Körperstellen ertastet, die durch die gestörte Energieverteilung empfindlicher sind. Oft gibt auch ein Gespräch mit dem Patienten über seine Symptome Aufschluss über das Leiden. Anschließend massiert der Akupunkteur die zu stechende Stelle und die Umgebung. Dann sticht er Nadeln von unterschiedlicher Größe in die entsprechenden Hautpunkte. Aus hygienischen Gründen kommen Einmalnadeln aus Stahl zum Einsatz.

Der Einstich tut nicht weh, viele spüren Druck, Wärme oder Kribbeln im Bereich des Nadelpunktes. Eine Akupunktursitzung dauert meist 20 bis 30 Minuten, solange bleiben die Nadeln in der Haut.

Wirksamkeit unbestritten

Eine wissenschaftliche Erklärung, für die punktspezifische Wirkung der Akupunktur, gibt es bisher nicht. Nachgewiesen ist, dass Akupunktur die Weiterleitung von Schmerzen stoppt. Die Stiche der Akupunkturnadeln lösen im Körper Reize aus, welche auf das Nervensystem wirken. Das Gehirn schüttet in der Folge Endorphine aus – also schmerzunterdrückende Stoffe.
Die Akupunktur hilft daher häufig bei chronischen Leiden wie Rückenschmerzen, Migräne und Kniegelenksarthrose. Sie kann außerdem bei Allergien, Sucht und Schlafstörungen zum Einsatz kommen. In vielen Fällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Akupunktur-Behandlung.

Autoren

Julia Heiserholt | zuletzt geändert am 17.09.2012 um 11:53 Uhr
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