Zu wenig Eisen im Blut

Eisenmangel

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Haare und Nägel brauchen Eisen - mangelt es an dem Spurenelement werden sie brüchig und trocken.

Drei von vier jungen Frauen weltweit sind nicht ausreichend mit Eisen versorgt, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Vor allem Schwangere und stillende Frauen haben einen erhöhten Bedarf dieses Nährstoffs. Lesen Sie, wie sich Eisenmangel äußert und beheben lässt.

Eisenmangel ist ein Frauenleiden

Die Unterversorgung mit Eisen ist der häufigste Nährstoffmangel weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind schätzungsweise bis zu zwei Milliarden Menschen, vor allem Frauen, von einem schweren Eisenmangel betroffen. Denn Frauen vor den Wechseljahren benötigen täglich etwa 15 Milligramm, Männer nur etwa 10 Milligramm. Der Grund: Die monatliche Regelblutung gebärfähiger Frauen. Mit jedem Blutverlust verlieren die Frauen auch Eisen. Anschließend benötigt ihr Körper Eisen, um neues Blut zu bilden.

Doch die Blutbildung ist nicht die einzige Funktion des Spurenelements. „Der Sauerstofftransport, die Sauerstoffaufnahme, Zellfunktionen und letztlich der gesamte Energiestoffwechsel sind von einer ausreichenden Eisenversorgung abhängig“, weiß Dieter Elsner vom Serviceteam der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Leipzig.

Eisenmangel an Haaren und Nägeln ablesbar

Die Symptome eines Eisenmangels sind sehr unterschiedlich und können verschieden stark ausgeprägt sein. Typisch sind Rillen in den Nägeln, brüchige Nägel und Haare, Haarausfall, trockene Haut, wiederkehrende Einrisse der Mundwinkel und Bläschen an der Mundschleimhaut. Eine Folge des Eisenmangels ist die Eisenmangelanämie, eine Form der Blutarmut. Sie äußert sich durch unspezifische Beschwerden wie körperliche Schwäche und blasse Haut. Bei Hinweisen auf einen Eisenmangel, sollte ein Arzt eine Blutprobe entnehmen und diese auf den Eisengehalt untersuchen.

Zusatzpräparate nur nach Beratung

Ist ein Eisenmangel sicher diagnostiziert, kann eine vorübergehende Nahrungsergänzung in Form von Eisen-Tabletten oder eisenhaltigen Lebensmitteln sinnvoll sein. Gleiches gilt bei erhöhtem Eisenbedarf, zum Beispiel während der Schwangerschaft oder Stillzeit. Die Einnahme von eisenhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln sollten Patienten mit ihrem Arzt oder Apotheker besprechen. Denn auch eine zu hohe Eisenzufuhr kann der Gesundheit schaden. Wegen der Gefahr einer Überdosierung ist eine vorsorgliche Eisenzufuhr über Zusatzpräparate eher nicht zu empfehlen. Wer einem Eisenmangel gezielt vorbeugen möchte, sollte auf eine vollwertige Ernährung und eine gute Kombination der Nahrungsmittel achten.

Eisenmangel vorbeugen: Eisenreich ernähren

Brot gilt laut der Nationalen Verzehrstudie als die Hauptquelle für die Eisenzufuhr der Deutschen. Auch der Verzehr von Fleisch, Hülsenfrüchten, Getreide und getrocknetem Obst fördert die Zufuhr von Eisen. Wichtig zu wissen: „Vitamin C kann die Aufnahme von Eisen begünstigen“, erklärt Dieter Elsner. „So lässt sich beispielsweise durch ein Glas Orangensaft zum Müsli oder durch Kartoffeln und Paprika im Linseneintopf die Eisenaufnahme um das Zwei- bis Dreifache steigern.“ Soja, Milch und Eiproteine beeinträchtigen dagegen die Eisenaufnahme. Spinat enthält viel Eisen – aber in dem grünen Gemüse stecken auch Stoffe, welche die Aufnahme des Eisens hemmen.

Entwarnung für alle Fleischverschmäher: Eine vegetarische Ernährung fördert nicht das Entstehen von Eisenmangel, wie aktuelle Untersuchungen zeigen. Der Grund für die Unterversorgung liegt vielmehr in einer ungünstigen Nahrungszusammensetzung – unabhängig von der Kostform.

Autoren

Sandra Göbel/KKH | zuletzt geändert am 12.12.2013 um 16:28 Uhr
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