Reizdarm

Gestörte Verdauung:

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Ein Reizdarm verursacht oft Schmerzen und Unwohlsein.

Ein empfindlicher Darm ist nicht gefährlich, aber unangenehm. Für Menschen mit Reizdarmsyndrom stehen Bauchschmerzen, Verstopfung und Durchfall an der Tagesordnung. Hier finden Sie Tipps, wie Sie die Probleme in den Griff bekommen.

Was ist ein Reizdarm?

Der Darm ist ein komplexes Organ, das die aufgenommene Nahrung verwertet und Abfall- und Giftstoffe ausscheidet. Die Darmschleimhaut bildet die Nervenhormone Serotonin und Histamin. Werden diese vermehrt ausgeschüttet, leiten sie ständig Reize an das Gehirn weiter. Die Folge: Die Darmwand entzündet sich, es kommt zum sogenannten Reizdarmsyndrom. Wer innerhalb der letzten 12 Monate mindestens 12 Wochen lang Bauchschmerzen hatte und auffällige Veränderungen im Stuhlgang bemerkte, leidet möglicherweise unter einem Reizdarm. Viele Menschen sind davon betroffen, vor allem Frauen. Psychische Belastung, Stress, falsche Ernährung und eine Laktoseintoleranz können Auslöser oder Begleiterscheinungen des Syndroms sein. 

Mögliche Behandlungen

Die Erkrankung ist harmlos und löst nicht bei allen Betroffenen Beschwerden aus. Viele müssen sich jedoch mit Bauchkrämpfen, Verstopfung oder Durchfall plagen. Hinzu kommen manchmal Völlegefühl, Blähungen und schleimiger Ausfluss. 
Krampflösende und entblähende Medikamente können Abhilfe verschaffen, aber nicht jeder verträgt sie. Ärzte verschreiben bei starken Schmerzen auch manchmal Antidepressiva. Studien haben gezeigt, dass die Behandlung mit Antihistaminika vielen Betroffenen hilft, indem sie die Wirkung des Histamins bremsen.

Wie Sie sich selbst helfen

Reizdarm-Beschwerden können Sie selbst lindern, indem sie Ihre Ernährung darauf abstimmen. Vielen Menschen hilft es, mehrere, kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen. Beobachten Sie, ob sich Schmerzen oder Durchfall verschlimmern, wenn Sie bestimmte Nahrungsmittel essen. Verzichten Sie dann einfach darauf. Wichtig ist es, den eigenen Körper genau zu beobachten. Ballaststoffe helfen auch: Eine Studie belegt die positive Wirkung von indischen Flohsamen. Sie binden überschüssiges Wasser im Darm und lindern Schmerzen.

Ihren Alltag können Sie so gestalten, dass Sie sich kaum einschränken müssen. Sind Sie zu einer Party eingeladen und fürchten Sie, das Essen nicht zu vertragen? Bringen Sie einfach Ihr eigenes Essen mit. Sinnvoll ist es auch, unterwegs frühzeitig Toiletten ausfindig zu machen und sich zum Beispiel im Kino einen Gangplatz zu suchen.

Autoren

Julia Heiserholt | zuletzt geändert am 10.01.2012 um 09:48 Uhr
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