Aufbau und Funktion der Lymphgefäße

Das Lymphatische System leitet die Lymphe von der Körperperipherie zum Zentrum hin. In den Lymphwegen sind immer wieder Lymphknoten als wesentliche Filterstation dazwischengeschaltet. Dort identifizieren weiße Blutkörperchen Bakterien und andere Krankheitserreger und produzieren genau passende Antikörper, die dann mit dem Lymphabfluss ins Blut abgegeben werden und den Kranheitserreger rasch ausschalten.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Als Lymphe (wörtlich „klares Wasser“) wird die in den Lymphgefäßen fließende wässrige hellgelbe Flüssigkeit bezeichnet. Sie transportiert Eiweiße, Fette, Wasser und Immunzellen. Sie passiert dabei die Lymphknoten und fließt über einen zentralen Sammelleiter, den Ductus thoracicus in der Nähe des Herzens in das Venensystem. Das Lymphgefäßsystem ähnelt dem venösen System und ergänzt dieses. Es hat zwar nur eine geringere Transportkapazität, übernimmt dafür aber in seinen Schaltstellen, den Lymphknoten, eine zentrale Rolle in der Abwehr und bei der Beseitigung von Krankheitserregern, lokalen Entzündungsprozessen und entarteten Krebszellen.

Die Lymphknoten haben deshalb eine Schlüsselrolle in der Diagnostik chronischer Entzündungsprozesse, v. a. aber von gut- und bösartigen Tumorerkrankungen.

Autoren

Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am um 10:44 Uhr
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