Kalium (Calium)

Viele Analysen im medizinisch-technischen Labor verlaufen heute hochautomatisiert und quasi von selbst; auf der anderen Seite sind gerade dadurch neue Risiken entstanden. Das größte Problem ist in der Praxis die fehlende Zuordnungsmöglichkeit einer Probe, oder schlimmer noch, die Verwechslung von Probenmaterial. Um dies konsequent zu verhindern, muss jedes einzelne Probengefäß (im Bild vier Blutröhrchen), einzeln und komplett beschriftet werden, am besten mit einem maschinenlesbaren Etikett. Die hier gezeigte handschriftliche Beschriftung wird nur noch bei Notfällen praktiziert, wenn für einen neuen Patienten (noch) keine Computeretiketten vorliegen. Parallel dazu wird für jede Untersuchungsanforderung ein Begleitschein ausgefüllt (im Hintergrund zu sehen).
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Kalium ist eines der wichtigsten Mengenelemente des Körpers und eines der bedeutsamsten Blutsalze. Es spielt eine wesentliche Rolle bei der Nerven- und Muskelfunktion sowie der Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts. Im Blut findet sich nur ein winziger Bruchteil des Gesamtkörperkaliums, das meiste Kalium ist in den Zellen.

Normalbereich

  • Blut: 3,6–5,0 mmol/l
  • 24-Stunden-Sammelurin: 30–100 mmol/24 Std.

Indikation

  • Verlaufskontrolle bei Nierenversagen
  • Kontrolle einer Diuretikabehandlung und bei Verdacht auf Abführmittelmissbrauch
  • Kontrolle des Mineralienverlusts bei Durchfall und Erbrechen
  • Diagnose und Verlaufskontrolle von Störungen des Säure-Basen-Haushalts sowie einer Funktionsstörung der Nebennierenrinde
  • Klärung von Herzrhythmusstörungen
  • Kontrolluntersuchung in der Intensivmedizin sowie bei Infusionstherapie.

Ursachen erhöhter Werte

  • Nierenversagen
  • Azidose, z. B. diabetische Ketoazidose
  • Einnahme/Überdosierung bestimmter Medikamente (v. a. so genannter kaliumsparendes Diuretika, ACE-Hemmer, Digitalis)
  • Morbus Addison (Form der Nebennierenrinden-Unterfunktion)
  • Kaliumfreisetzung durch massiven Zelluntergang, z. B. bei Verletzungen/Operationen, Verbrennungen, Hämolyse (Zerfall von roten Blutkörperchen), Krebstherapie mit Zytostatika.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Kaliumverlust bei bestimmten Nierenerkrankungen, Durchfällen oder Erbrechen
  • Einnahme/Überdosierung einiger Medikamente, z. B. Abführmittel, Kortison
  • Exzessiver Verzehr von Lakritze
  • Alkalose
  • Hyperaldosteronismus, Cushing-Syndrom.

Autoren

Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess | zuletzt geändert am 08.12.2016 um 13:28 Uhr
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