Wenn der Magenschutzfilm versagt

Entzündete Magenschleimhaut

Juice Images Photography/veer.com
Bauchschmerzen im Oberbauch können auf eine entzündete Magenschleimhaut hinweisen.

Jeder zweite über 50-Jährige leidet an einer chronischen Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Betroffene spüren zunächst meist nichts, in manchen Fällen kommt es zu unspezifischen Beschwerden im oberen Bauch – zum Beispiel Schmerzen, Übelkeit oder Völlegefühlen.

Aus dem Gleichgewicht geraten

Ein schleimiger Schutzfilm überzieht die innere Wand des Magens. Die aggressive Magensäure schädigt den Schutzfilm, sodass dieser sich permanent erneuern muss. Die Magenschleimhaut bildet den dafür notwendigen Schleim. Normalerweise ist das Verhältnis von schleimhautschädigenden und schleimhautschützenden Faktoren im Magen also ausgeglichen.

Zu einer Magenschleimhautentzündung kommt es, wenn die schädigenden Einflüsse die Überhand gewinnen. Begünstigend wirkt der häufige Konsum schleimhautschädigender Substanzen wie Alkohol oder Nikotin. Eine Lebensmittelvergiftung, bestimmte Medikamente oder ein Befall mit Helicobacter-pylori-Bakterien greifen die Schleimhaut ebenfalls an. Auch schwere Erkrankungen, starke Blutungen, Verbrennungen, schwere Verletzungen oder ein größerer operativer Eingriff schwächen den Schutzfilm.

Den Magen schonen

Entfällt der Schutz, kommt die Magenschleimhaut in direkten Kontakt mit der aggressiven Magensäure. Die Folge sind Reizungen, Verletzungen und Defekte mit Blutungen. Man spricht dann von einer erosiven Gastritis. Sie lässt sich bei einer Magenspiegelung leicht erkennen. Dringen die Schleimhautschädigungen bis in untere Gewebeschichten vor, bildet sich ein Magengeschwür, die sogenannte Ulkuskrankheit.

Eine Magenschleimhautentzündung lässt sich mittels Medikamenten meist gut in den Griff bekommen. Betroffene sollten darüber hinaus Alkohol und Nikotin meiden. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann sinnvoll sein. Sind Medikamente die Ursache, empfiehlt es sich auf andere Arzneimittel umzusteigen. Ist dies nicht möglich, wird mit Säure hemmenden Medikamenten behandelt.

Auf apotheken.de finden Sie weitere Informationen zu Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüren.

Autoren

Sandra Göbel | zuletzt geändert am um 17:29 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung durch Ihren Apotheker ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.
Vorheriger Artikel

Blutungen in den Wechseljahren