Drei Tipps für die Abwehr

Kinder fit durch den Winter bringen

Dmitry Kalinovsky/Shutterstock
In der Apotheke gibt es natürliche Mittel zur Abwehrstärkung.

Kinder im Vor- oder Grundschulalter fangen sich besonders schnell einen Infekt ein. Wie sich die Infektanfälligkeit verringern lässt, erläutert die Bayerische Apothekerkammer.

Apotheker Dr. Volker Schmitt, Sprecher der Apotheker in Bayern erklärt: „Acht bis zwölf Infekte pro Jahr sind bei Kindern im Vor- und Grundschulalter normal. Doch auch die Kleinen können ihr Immunsystem durch vitaminreiche Ernährung und Abhärtung trainieren, denn Erkältungsviren haben nur dann eine Chance, wenn sie auf eine geschwächte Abwehr treffen. Deshalb rate ich, auch jetzt – trotz des manchmal ungemütlichen Wetters – zu viel Bewegung an der frischen Luft.“

Tipp 1: Vitaminreiche Ernährung

„Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundvoraussetzung für die ausreichende Versorgung des Körpers mit lebenswichtigen Stoffen“, betont Apothekensprecher Schmitt. Eltern sollten deshalb darauf achten, dass ihre Kinder auch in der kalten Jahreszeit auseichend frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen. „In frischen Produkten sind neben Vitaminen auch andere Substanzen enthalten, die den Körper gegen Erkältungen stark machen“, erklärt Schmitt. In Erkältungszeiten kann man zur Vorbeugung auch regelmäßig Sanddornsaft pur oder gemischt mit frischem Orangensaft trinken. Er ist ein idealer Vitamin-Lieferant und enthält besonders viel Vitamin C, Provitamin A, Vitamine der B-Gruppe, Vitamin E und Mineralstoffe.

Tipp 2: Auch Kinder können „kneippen“

Das Immunsystem von Kindern kann man durch Wasserbehandlungen nach Kneipp anregen. Ein Beispiel: Mit kaltem Wasser den Unterschenkel des Kindes abspritzen. Dabei an den Füßen beginnen und langsam nach oben bis zum Knie wandern. Apotheker Schmitt: „Dabei muss das Wasser nicht klirrend kalt sein, kühl reicht bereits oft aus.“ Bei einer beginnenden Erkältung rät der Apothekensprecher zu ansteigenden Fußbädern. „Dazu werden die Unterschenkel bis kurz unters Knie in lauwarmes Wasser gesteckt und die Temperatur durch Zufließen von heißem Wasser innerhalb einer Viertelstunde auf 40 Grad Celsius gesteigert. Danach legt man das Kind gut eingepackt für mindestens eine halbe Stunde ins Bett“, empfiehlt Schmitt.

Tipp 3: Individuelle Rezepturen für Kinder

Wenn sich Kinder trotz aller Vorsorge eine Erkältung eingefangen haben, rät Apotheker Schmitt dazu, das Abwehrsystem sanft und natürlich zu unterstützen. „Gegen Erkältungen gibt es viele sehr gute pflanzliche Arzneimittel in der Apotheke, die wir gezielt einsetzen“, bekräftigt Schmitt.  Außerdem werden jährlich in jeder Apotheke viele Rezepturen gerade für Kinder individuell hergestellt. Denn Kinder brauchen häufig Arzneimittel, die an das geringe Körpergewicht und andere Besonderheiten des kindlichen Organismus angepasst sind. Gerne beraten die Apotheker die Eltern zur richtigen Anwendung bei Individualrezepturen und geben soweit nötig auf das Alter abgestimmte Dosierungshilfen mit. „Vor allem in der Selbstmedikation ist die Beratung durch den Apotheker für Eltern unersetzbar", meint Apotheker Schmitt.

Autoren

07.12.2015 | Sandra Göbel/Bayerische Apothekerkammer
Vorheriger Artikel

Sport bei koronarer Herzkrankheit