Geschmack entschädigt für Aufwand

Selbstgekocht schmeckt besser

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Selber kochen? Ja - der bessere Geschmack entschädigt für die Arbeit.

Wer sein Essen selbst zubereitet, dem schmeckt es besser. Dies ergab eine Studie der Kölner Gesundheits- und Ernährungspsychologin Dr. Simone Dohle. Die Forscherin hat auch eine Vermutung, woran das liegt.

Geschmack lässt sich beeinflussen

Dr. Dohle von der Universität Köln und ihre Kollegen an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) haben untersucht, inwieweit sich die Zubereitung von Essen auf den Geschmack auswirkt. Die 120 Teilnehmer der Studie wurden per Zufallsprinzip auf zwei Gruppen aufgeteilt. Die Teilnehmer der ersten Gruppe tranken ein Mixgetränk, das jeder von ihnen zuvor nach Rezept selbst zubereitet hatten. In der anderen Gruppe mischte die Studienleiterin den Shake. Die Teilnehmer tranken den Shake und bekamen das Rezept und die Zutatenliste zu sehen. Beide Gruppen bereiteten verschiedene Mixgetränke zu – mal mehr, mal weniger gesund.

Die Ergebnisse des Experiments zeigen, dass das Getränk denjenigen Personen besser schmeckte, die es selbst zubereitet hatten. Dies war vor allem dann der Fall, wenn es sich um einen gesunden Shake handelte.

Mehr Genuss durch Küchenarbeit

Die Forscher erklären das Ergebnis damit, dass das Zubereiten des Getränks mit Aufwand verbunden ist. Durch die Zubereitung erhöht sich das Bedürfnis, diesen Aufwand zu rechtfertigen, was sich in einer besseren Geschmacksbewertung niederschlägt. Wer den Shake selbst zubereitet, schenkt zudem den Zutaten eine höhere Beachtung. Handelt es sich vor allem um ungesunde Zutaten, fällt dies bei eigenhändiger Zubereitung eher auf als wenn eine andere Person das Getränk anrichtet.

In einer Zeit, wo immer mehr Menschen zu Fertigprodukten greifen und nur noch wenig selbst kochen, lassen diese Ergebnisse wichtige Folgerungen zu. Wer etwas Zeit und Mühe in der Küche aufwendet, wird sein Essen mehr genießen können, glauben die Forscher. Da dies vor allem für gesundes Essen zu gelten scheint, könnten gerade Personen davon profitieren, denen eine gesunde Ernährung wichtig ist.

Quelle: Universität Köln

Autoren

11.01.2016 | Sandra Göbel/Universität Köln
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