Fachärzte fordern Verbot

Desinfektionsmittel Triclosan

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Triclosan ist auch in Zahnpasten enthalten.

Ob im Mundwasser, im Duschgel oder in der Körperseife – der Konservierungsstoff Triclosan ist aus vielen Kosmetikprodukten nicht mehr wegzudenken. Doch einige Kinder-und Jugendärzten warnen seit langem vor den Gesundheitsschäden.

Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung wird Triclosan in höheren Konzentrationen in Arztpraxen und Kliniken eingesetzt. Als Desinfektionsmittel beugt es der Vermehrung von Bakterien und Übertragung von Krankheitserregern vor und verhindert so Infektionen. Hautärzten dient die Chemikalie zur lokalen Behandlung von Neurodermitis.

Triclosan in zahlreichen Alltagsprodukten enthalten

Darüber hinaus wird Triclosan in geringeren Konzentrationen in Kosmetikartikeln verwendet: In Zahnpasten, Deodorants oder Seifen hemmt Triclosan eine Vielzahl an Bakterienstämmen oder macht sie unschädlich. Auch in Haushaltsreinigern oder Waschmitteln ist die Substanz enthalten. Selbst in Pflegemitteln für Textilien und Schuhen wird sie eingesetzt. Mediziner der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GAP) machen jedoch auf die gesundheitsschädigende Wirkung von Triclosan aufmerksam und fordern weitreichende Maßnahmen.

Triclosan schadet der Umwelt

Bei der Anwendung der verschiedenen Produkte gelangt Triclosan in das Abwasser. Dort wird es zwar größtenteils in den Kläranlagen entfernt, der Rest gelangt jedoch in die Umwelt. Experten sehen darin eine Gefahr für Mensch und Tier und platzieren die Substanz auf Platz 6 der 500 problematischsten Stoffe Europas.

Sonneneinstrahlung, Ozon, Chlor oder Mikroorganismen wandeln die Substanz um in bestimmte Umweltgifte, sogenannte Dioxine. Diese können in der Umwelt kaum abgebaut werden, sodass sie wiederum in lebende Organismen gelangen.

Hohe Konzentration verringert Fruchtbarkeit

Über die Haut dringt Triclosan in den Körper, wird im Fettgewebe angereichert und über den Urin ausgeschieden. Nehmen schwangere Frauen die Chemikalie über Textilien oder Kosmetika auf, kann die Chemikalie nicht nur der Mutter, sondern über das Nabelschnurrblut und die Muttermilch auch dem Kind schaden. Wissenschaftler wiesen Frauen mit einer erhöhten Wirkstoffkonzentration zudem eine verminderte Fruchtbarkeit nach. Dies zeigt eine kanadische Studie, die im April 2015 veröffentlicht wurde. Darüber hinaus fördert Triclosan die Bildung resistenter Keime, sodass ein weiteres Mittel zur Bekämpfung von Keimen verloren geht.
Experten fordern Verbot

Angesichts der ökologischen und gesundheitlichen Folgen fordert die Gesellschaft für Allergologie und Umweltmedizin:

  • ein Verbot des Einsatzes von Triclosan in Kosmetika, Reinigungsmitteln, Textilien und Schuhen
  • einen maßvollen Einsatz von Triclosan als Desinfektionsmittel in der Medizin
  • die ausschließlich streng indizierte Anwendung der Chemikalie in der Dermatologie und – sofern möglich – die Verwendung von Ersatzstoffen.

Autoren

11.03.2016 | Julia Schmidt/GAP
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