Einzelkinder häufiger übergewichtig

Geschwister halten schlank

Einzelkinder haben ein höheres Risiko für Übergewicht als Gleichaltrige mit Geschwistern. Denn Einzelkinder entwickeln sich öfter zu Stubenhockern. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die Wissenschaftler in acht europäischen Ländern durchführten.

Keine Geschwister, mehr Hüftspeck

Die Studie umfasste Daten von knapp 13.000 Kindern zwischen 2 und 9 Jahren. Die Forscher ermittelten die Zusammenhänge zwischen Lebensweise, Ernährung und Übergewicht. Die Datengrundlage lieferte ein Fragebogen, in dem die Eltern Angaben zur Lebens- und Ernährungsweise ihrer Sprösslinge machten. Zusätzlich ermittelten Mediziner bei jedem Kind den Body-Mass-Index (BMI). Er beschreibt das Verhältnis von Gewicht und Körpergröße. Die Forscher berücksichtigten Alter und Geschlecht des Kindes bei der Beurteilung des BMI.

Einzelkinder litten mehr als doppelt so häufig an Übergewicht wie gleichaltrige Kinder mit Geschwistern. Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn andere Faktoren wie Alter, Geburtsgewicht, Geschlecht der Eltern und Gewicht der Eltern berücksichtigt wurden.

Fernseher statt Frischluft

Nach Erklärung der Wissenschaftler liegt der Zusammenhang zwischen Kinderzahl und Übergewicht vor allem in der unterschiedlichen Lebensweise. Einzelkinder bewegen sich meist weniger an der frischen Luft und verbringen mehr Zeit in der Wohnung – zum Beispiel weil ihnen Spielkameraden fehlen. Dadurch verbrauchen sie weniger Kalorien.

Die Auswertung der Fragebögen ergab zudem, dass Einzelkinder häufiger einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer hatten. Zusätzlich setzen Eltern von Einzelkindern Lebensmittel öfter als belohnendes Instrument in der Erziehung ein. Welche weiteren Faktoren die Entstehung von Übergewicht bei Einzelkindern fördern, sollen Folgestudien zeigen.

Autoren

08.01.2013 | Sandra Göbel/ aid
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