Keratolyse (Schuppung, Abschuppung, Desquamation)

Ablösung von Hornzellen aus der Hornhaut der Oberhaut (Epidermis). In der Keimschicht der Oberhaut wachsen Hautzellen nach, die das abgelöste Hautmaterial ersetzen. Gesunde Haut schuppt sich ständig und erneuert sich so. Das fällt jedoch kaum auf, weil nur sehr kleine Hautzellplatten gleichzeitig abfallen. Nach Hauterkrankungen wie Sonnenbrand, Erythemen oder Scharlach lösen sich hingegen größere Hautschuppen. Einige Hauterkrankungen, wie die Schuppenflechte (Psoriasis), die Kleienpilzflechte (Ptyriasis versicolori) oder die Fischschuppenkrankheit (Ichthyose) sind an ihren charakteristischen Hautschuppungen erkennbar.

Neben der natürlichen und krankheitsbedingten Keratolyse ist auch eine medikamentöse Abtragung von Hautschüppchen möglich. Sie erfolgt mit den so genannten Keratolytika (Schälmittel) wie Salicylsäure, Thioglykolsäure, Schwefel und Milchsäure. In der Aknetherapie öffnen sie Mitesser und verfeinern das Hautbild. Bei Hühneraugen entfernen sie die Hornhautwucherungen und bei Warzen helfen sie, bereits abgestorbenes Warzengewebe abzutragen.

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