Nüsse können Atemwege blockieren

Keine Mandeln für Kleinkinder

Rainer Sturm/pixelio.de
Ganze Nüsse, Mandeln oder Erdnüsse sind für Kleinkinder oft eine Nummer zu groß.

Nüsse, Erdnüsse und Mandeln sind für Kinder unter vier Jahren höchst gefährlich. Sie können beim Knabbern leicht in die Atemwege gelangen und eine akute Luftnot auslösen. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin.

Erdnuss kinderleicht zu knacken

Jeder zweite Erstickungsunfall bei Kleinkindern geht auf den Verzehr von Nüssen zurück, ermittelte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Gefährlich sind auch Mandeln und Erdnüsse, die im botanischen Sinne nicht zu den Nüssen zählen. Mandeln zählen zu den Steinfrüchten, Erdnüsse zu den Hülsenfrüchten. Vor allem die Schalen von Erdnüssen können Kinder leicht knacken. Zudem stehen Erdnüsse in vielen Haushalten als gesalzene Knabbereien auf dem Tisch.

„Auf Weihnachtsmärkten, aber auch in Kindergärten – überall werden Kindern in der Adventszeit Nüsse, Erdnüsse oder gebrannte Mandeln angeboten. Wenn Kinder sie nicht aufmerksam zerkauen und schlucken, weil sie etwa abgelenkt sind oder sich mit vollem Mund unterhalten, geraten die Nüsse aufgrund ihrer geringen Größe und Form leicht in die Luftröhre und in die tiefen Bereiche der Atemwege. Von dort müssen sie operativ entfernt werden, anderenfalls verursachen sie schwere und oft dauerhafte Schäden“, warnt Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ.

Nüsse nur gemahlen genießen

Der Experte rät: „Eltern sollten Kindern unter vier Jahren daher keine ganzen Nüsse, Mandeln oder Erdnüsse geben, weder einzeln noch in Gebäck oder Schokolade. Gegen gemahlene Nüsse bestehen keine Einwände, sofern sichergestellt ist, dass beim Kind keine Nussallergie vorliegt.“

Hat ein Kind dennoch eine Nuss in die Atemwege bekommen und reagiert mit Atemnot, Röcheln und hartnäckigem Husten, sollten die Eltern es sofort in die nächste Kinderklinik bringen. „Auch bei längerem Husten ohne sonstige Infektzeichen ist an verschluckte Nusspartikel zu denken und eine entsprechende Diagnostik erforderlich,“ empfehlen die Kinder- und Jugendärzte.

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Sandra Göbel/BVKJ | zuletzt geändert am 06.02.2014 um 11:01 Uhr
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