Das Wichtigste in Kürze

Was ist die "Pille danach"?

Corbis Photography/Veer
Verhütungspannen meiden! Das liefert den besten Schutz.

Verhütungspannen kommen vor. Zum Vermeiden einer ungewollten Schwangerschaft, gibt es die Pille danach. Seit kurzem ist das erste Präparat rezeptfrei, das erste von vielen. Befürworter begrüßen die rasche Verfügbarkeit im „Notfall“. Kritiker befürchten unter anderem Anwendungsfehler und Nebenwirkungen. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Was ist die Pille danach?

Schlaufüchse haben es vielleicht am Namen erkannt. Die Pille danach ist eine nachträgliche Verhütungsmethode und ausschließlich für den „Notfall“ gedacht. Für die praktische Anwendung bedeutet das: Frau schluckt nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr ein oder zwei Hormontabletten, um einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen. Klingt doch alles ganz einfach. Wären da nicht die „Abers“ und „Dochs“ wie Nebenwirkungen und Anwendungsfehler. 

Wie erhalte ich die Pille danach?

Einig sind sich Ärzte und Apotheker, dass eine Beratung zur Einnahme unverzichtbar ist. Der Verkauf der Pille danach über Versandapotheken ist deshalb ausgeschlossen. Nur durch ein persönliches Gespräch lassen sich Anwendungsfehler und Wechselwirkungen vermeiden. Am 6. März hat der Bundesrat die Rezeptpflicht für das ellaOne® aufgehoben. Frauen beziehen nun direkt in der Apotheke, der Besuch beim Frauenarzt entfällt. Für andere Präparate ist die Entlassung aus der Rezeptpflicht angekündigt.

Wie wirkt die Pille danach?

In Deutschland sind die beiden Wirkstoffe Levonorgestrel (PiDaNa®, Unofem® und Postinor®) und Ulipristal (ellaOne®) für die Notfallverhütung zugelassen. Experten vermuten, dass die Wirkstoffe den Anstieg von Lutropin und/oder Progesteron unterdrücken Hormonen, die den Eisprung bewirken. Dadurch verzögern oder verhindern die Präparate den Eisprung. Und wenn das Ei bereits vor der Einnahme gesprungen ist? Das nennt man wohl Pech. Je früher Frauen die Pille danach einnehmen, umso sicherer wirkt sie. Das Zeitfenster für die Einnahme levonorgestrelhaltige Präparate umfasst maximal 120 Stunden. Bei Ulipristal beträgt es drei Tage. Quasi Eins, zwei, drei – letzte Chance vorbei. Ist die Eizelle zum Einnahmezeitpunkt bereits befruchtet, ist die Pille danach wirkungslos. Sie ist  keine Abtreibungspille.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Häufigste Nebenwirkung ist Übelkeit (75 Prozent), gefolgt von Kopfschmerzen, Unterbauchschmerzen und Brustspannen (jeweils über 10 Prozent). Bei annähernd jeder vierten Anwenderin verschiebt sich zusätzlich die Monatsblutung nach vorne oder hinten, auch Zwischen- und Schmierblutungen treten auf. Erbricht sich die Frau innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme, muss sie die Einnahme wiederholen.

Muss ich nach der Einnahme zusätzlich verhüten?

Wichtig zu wissen: Die Pille danach bietet keinen Verhütungsschutz. Zu mehr als einem „Notfalleinsatz“ taugt sie nicht. Sie kann die Wirkung der regelmäßigen hormonellen Verhütungsmittel abschwächen. Bis zur nächsten Monatsblutung muss deshalb zusätzlich eine Barrieremethode, wie Kondome, zur Verhütung angewendet werden. Denn der sicherste Weg, einer Schwangerschaft vorzubeugen besteht nach wie vor darin, Verhütungspannen gar nicht erst zuzulassen.  

Autoren

Sandra Göbel | zuletzt geändert am 16.03.2015 um 07:33 Uhr
Vorheriger Artikel

Fastengewohnheiten der Deutschen