Propolis

Propolis ist ein Harz, das von Bienen produziert wird und dem Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen im Bienenstock dient. Gleichzeitig wirkt es keimtötend und hemmt die Ausbreitung von Pilzen, Viren und Bakterien. Propolishaltige Tinkturen, Lutschtabletten oder Salben kommen unter anderem bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute zum Einsatz, auch präventiv. Allerdings unterscheidet sich das in Arzneimitteln enthaltene Propolis von dem natürlichen Bienenharz.

Inhaltsstoffe von Propolis

In der genauen Zusammensetzung variiert Propolis stark: Hauptbestandteile sind Naturharz, Pollenblüten, ätherische Ölen und Bienenspeichel.
Die gesundheitsfördernde Wirkung wird vor allem den Flavonoiden, Phenolen und Polysacchariden zugeschrieben. Enthalten sind darüber hinaus Bienenenzyme, Zucker, Vitamine und Mineralstoffe – allerdings nicht in relevanten Mengen.

Ein Bienenvolk stellt jährlich 50–500 g Propolis her.
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Propolis als Nahrungsergänzungsmittel

Propolis-haltige Nahrungsergänzungsmittel werden im Internet häufig mit gesundheitsbezogene Aussagen beworben, etwa „stärkt die Abwehrkraft“. Laut Europäischer Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA sind gesundheitsbezogene Werbeaussagen für Propolis in Nahrungsergänzungsmitteln jedoch irreführend und nicht zulässig, da Studien zur Wirksamkeit fehlen. Auch eine immunstärkende Wirkung ist nicht nachgewiesen.

Anders bei Propolis-haltigen Arzneimittel: Um die Zulassung zu erhalten, muss die Wirkung des Arzneimittels in wissenschaftlichen Studien bewiesen werden.

Für wen ist Propolis geeignet?

Die Einnahme von Propolis-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln wird von Ernährungsexperten nicht empfohlen.

Wechsel- und Nebenwirkungen von Propolis

Propolis Royale hat ein hohes Risiko, eine allergische Reaktion auszulösen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen, Asthmatiker oder einer bekannten Allergie auf Bienen- oder Wespenstiche. Sie sollten auf Produkte mit Propolis verzichten. Auch Schwangeren und Stillenden wird von der Einnahme abgeraten.

Propolis kann als natürlichen Inhaltsstoff Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten. Sie gelangen über Blütenpollen in das Produkt. PA sind bereits in vergleichsweise geringer Konzentration krebserregend und schädlich für die Leber. Anders als bei Arzneimitteln gibt es für Nahrungsergänzungsmittel jedoch keinen gesetzlichen Grenzwert für PA, welcher nicht überschritten werden darf. Deshalb empfiehlt die Verbraucherzentrale allen Anwendern von Propolis-Produkten die Packungshinweise zu beachten und sich ggf. beim Hersteller oder Importeur nach Untersuchungen auf PA zu erkundigen.

Quellen und weitere Informationen:

Bundesinstitut für Risikobewertung

Verbraucherzentrale

Autoren

Sandra Göbel | zuletzt geändert am um 06:51 Uhr
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