Wirkstoff aus der Gruppe der kaliumsparenden Diuretika. Spironolacton verhindert, dass das Hormon Aldosteron in der Niere bindet. Dadurch scheidet die Niere mehr Natrium und Wasser aus. Auf diese Weise wird der Kreislauf entlastet, der Blutdruck sinkt, und Wassereinlagerungen (Ödeme) werden ausgeschwemmt. Spironolacton kommt bei Erkrankungen zum Einsatz, bei denen zu viel Aldosteron im Körper zirkuliert, oder bei denen der Kreislauf entlastet werden muss.
Spironolacton hilft bei:
- primärem Hyperaldosteronismus
- Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) oder im Bauchraum (Aszites) bei sekundärem Hyperaldosteronismus
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- chronischer Herzinsuffizienz
- nephrotischem Syndrom.
Anwendung
Spironolacton ist verfügbar als:
- Tablette (25 mg, 50 mg, 100 mg)
- Suspension zum Einnehmen (10 mg/ml).
Tablette: Die Tablette wird mit einem Glas Wasser eingenommen. Die Dosierung hängt von der Erkrankung ab. Bei einer akuten Erkrankung wird mit einer Tagesdosis von 100–200 mg begonnen, die auf bis zu 400 mg am Tag erhöht werden kann.
Bei einer Dauertherapie beträgt die Dosis in der Regel 50–100 mg, maximal 200 mg. Die Tablette wird dann täglich oder auch nur jeden zweiten oder jeden dritten Tag eingenommen.
Suspension: Die Suspension wird zur Mahlzeit eingenommen. Zur Vorbereitung wird die Flasche geschüttelt, um die Inhaltsstoffe gleich zu verteilen. Die Suspension wird dann über eine Spritze langsam in den Mund an die Innenseite der Wangen gegeben. Die genaue Anwendung wird der Patient*in vom medizinischen Fachpersonal gezeigt.
Risiken und Nebenwirkungen
Häufig und möglicherweise bedrohlich ist eine Hyperkaliämie, die sich durch Herzrhythmusstörungen oder Muskellähmungen bemerkbar machen kann. Während der Behandlung sind deshalb regelmäßige Blutuntersuchungen wichtig, um unter anderem die Konzentration von Elektrolyten im Blut (wie Kalium) zu kontrollieren.
Weitere Nebenwirkungen sind eine akute Gicht, ein Anwachsen der Brüste bei Männern (Gynäkomastie) und eine erhöhte Empfindlichkeit von Brust und Brustwarzen sowie Brustspannen. Bei höheren Dosierungen können Zyklusstörungen (Dysmenorrhö) auftreten.
Wechselwirkungen
In Kombination mit anderen Wirkstoffen sind viele und vor allem auch schwere Wechselwirkungen möglich. Beispielsweise erhöht sich bei gleichzeitiger Einnahme eines ACE-Hemmers oder AT2-Antagonisten das Risiko für eine Hyperkaliämie erheblich. Das Hyperkaliämie-Risiko steigt auch bei Kombination mit einem NSAR wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS). Auch können NSAR die Wirkung von Spironolacton abschwächen.
In Kombination mit anderen Diuretika steigt das Risiko eine Blutdruckabfalls und der zu großen Wasserausscheidung. Spironolacton kann die Wirkung von Digoxin verstärken.
Quellen:
- Gelbe Liste Spironolacton: https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Spironolacton_516
- Fachinformation Spironolacton-ratiopharm® Tabletten: https://www.fachinfo.de/fi/pdf/010455/spironolacton-ratiopharm-r-50-mg-100-mg-tabletten
- European Medicines Agency: Qaialdo, 10 mg/ml Suspension zum Einnehmen, Annex: https://ec.europa.eu/health/documents/community-register/2023/20230526159211/anx_159211_de.pdf