Levofloxacin

Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone. Levofloxacin lässt Bakterien absterben – vor allem, wenn diese versuchen, sich zu vermehren. Es wirkt gegen viele Bakterienarten und wird deshalb bei verschiedenen Infektionen eingesetzt, beispielsweise Lungenentzündungen, Nierenbecken-Entzündungen oder Entzündungen der Prostata. Wie alle Fluorchinolone kann Levofloxacin sehr starke und vor allem dauerhafte Nebenwirkungen haben. Es soll deshalb nur dann verwendet werden, wenn eine Infektion nicht von selbst abheilt, schädigend ist und kein anderes Antibiotikum verwendet werden kann.

Levofloxacin hilft bei:

  • akuter Sinusitis
  • akuter Verschlechterung einer chronischen Bronchitis
  • Lungenentzündung
  • schwierigen Entzündungen von Haut oder Weichteilen wie Muskulatur
  • komplizierter Harnwegsinfektion, Nierenbecken-Entzündung, Blasenentzündung
  • Prostatitis
  • chronischer Lungeninfektion mit Pseudomonas aeruginosa bei Mukoviszidose als Lösung im Vernebler.

Anwendung

Levofloxacin ist verfügbar als:

  • Filmtablette (250 mg, 500 mg)
  • Infusionslösung (5 mg/ml, 50 oder 100 ml)
  • Lösung für Vernebler (240 mg).

Filmtablette: Die Dosierung beträgt meistens 500 mg einmal täglich. Bei schweren Infektionen wie einer Pneumonie kann auf 500 mg zweimal täglich erhöht werden. Behandelt wird in der Regel für 7–14 Tage. Eine Ausnahme ist eine unkomplizierte Blasenentzündung, hier können 250 mg einmal täglich für 3 Tage ausreichend sein.
Die Tablette wird unabhängig von den Mahlzeiten mit einem Glas Wasser eingenommen. Manche Patient*innen nehmen zusätzlich Eisen, Zink, Magnesium oder Antazida ein. Dann sollte man davor und danach jeweils 2 Stunden mit der Einnahme von Levofloxacin warten, damit das Levofloxacin gut aufgenommen wird.
Infusion: Die Infusion erfolgt langsam: mindestens über 30 Minuten bei 250 g und über 60 Minuten bei 500 g Levofloxacin. Oft wird nur zu Beginn der Behandlung eine Infusion gegeben und später auf Tabletten umgestellt.
Inhalation: Inhaliert wird zweimal täglich, idealerweise möglichst genau im Abstand von 12 Stunden. Behandelt wird in Zyklen: Auf einen Zyklus von 28 Tagen mit Inhalationen kommen 28 Tage mit Inhalationspause.

Risiken und Nebenwirkungen

Levofloxacin kann sehr schwere Nebenwirkungen haben und körperliche Behinderungen verursachen, besonders am Bewegungsapparat und Nervensystem. Zu den Nebenwirkungen gehören beispielsweise: 

  • Muskelapparat: Sehnenabrisse oder Sehnenentzündungen, Muskelschwäche oder Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Gangstörungen
  • Nervensystem: periphere Neuropathie, Schlaflosigkeit, Depressionen, Fatigue, Sinnesstörungen, Gedächtnisstörungen, psychotische Reaktionen
  • vermutlich auch Aortenaneurysma und Aortendissektion.

Häufig, aber harmlos sind Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen.

Wechselwirkungen

Levofloxacin wird schlechter aufgenommen, wenn innerhalb von zwei Stunden vor oder nach Levofloxacin Medikamente (oder Nahrungsergänzungsmittel) eingenommen werden, die Eisen, Zink, Magnesium oder Aluminium enthalten.
Levofloxacin kann die Wirkung von Ciclosporin und Marcumar verstärken. Manche Medikamente verlängern die Erregungsleitung im Herzen (die „QT-Zeit“). Mit diesen Medikamenten sollte Levofloxacin nicht kombiniert werden.

Quellen:

Autor*innen

Dr. med. Tobias Höflein | zuletzt geändert am um 14:33 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.