Loperamid

Loperamid ist ein Wirkstoff, der gegen Durchfall eingesetzt wird (Antidiarrhoikum). Der Wirkstoff bindet an Opioid-Andockstellen im Darm. Dadurch verlangsamen sich die Darmbewegungen und Wasser sowie Nahrung verbleiben länger im Darm. Dazu stärkt Loperamid die Kraft des Schließmuskels, wodurch weniger Stuhldrang entsteht. Loperamid gelangt nicht in das zentrale Nervensystem. Deshalb macht es, obwohl es an Opioidrezeptoren bindet, nicht süchtig und hat keine schmerzstillende Wirkung.

Anwendung

Loperamid ist verfügbar als:

  • Tabletten (2 mg)
  • Hartkapseln (2 mg)
  • Tropfen zum Einnehmen (2 mg/ml)
  • Schmelztabletten (2 mg).

Kapseln, Tabletten/Schmelztabletten: Nehmen Sie die Tablette oder Kapsel unzerkaut mit einem Glas Wasser ein. Schmelztabletten werden einfach auf die Zunge gelegt, bis sie sich auflösen. Bei akuten Durchfällen beginnt die Behandlung mit 2 Tabletten oder Kapseln Loperamid. Danach können Sie nach jedem ungeformten Stuhlgang eine weitere Tablette oder Kapsel einnehmen. Täglich dürfen höchstens 6 Tabletten oder Kapseln eingenommen werden. 
Tropfen: Für den Behandlungsbeginn geben Sie 50 Tropfen (entspricht 4 mg Loperamid) in ein Glas Wasser. Das Wasser wird anschließend getrunken. Nach jedem ungeformten Stuhl dürfen Sie 25 Tropfen einnehmen. Täglich dürfen maximal 8 mal 25 Tropfen eingenommen werden, das entspricht 12 mg Loperamid. 
Nehmen Sie Loperamid ohne ärztliche Begleitung nicht länger als 2 Tage ein. Wenn der Durchfall länger anhält, sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen.

Risiken und Nebenwirkungen

Loperamid ist gut verträglich. Eher seltene Nebenwirkungen sind Verstopfung, Blähungen, Übelkeit oder Kopfschmerzen. 

Wechselwirkungen

Manche Medikamente erhöhen die Wirksamkeit von Loperamid, wenn die Wirkstoffe gleichzeitig genommen werden. Dazu gehören Chinidin, Ritonavir, Itraconazol, Gemfibrozil und Ketoconazol. Umgekehrt erhöht Loperamid die Wirkung von Desmopressin. 

Quellen: 

Autor*innen

Dr. med. Tobias Höflein | zuletzt geändert am um 11:05 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.