Vorphase kündigt Migräne an

Migräne verläuft oft in Phasen

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Migräne kündigt sich oft durch bestimmte Beschwerden im Vorfeld an. Betroffene sollten sich dann vor äußeren Reizen schützen.

Bei etwa 30 Prozent der Menschen mit Migräne verläuft eine Kopfschmerzattacke in einzelnen Phasen. Welche Frühsymptome eine Migräneattacke ankündigen und was gegen Migräne hilft.

Die Vorboten

Als Prodromalphase bezeichnen Mediziner die Vorbotenphase der Migräne. Sie setzt wenige Stunden vor der Migräneattacke ein, bei einigen Betroffenen schon bis zu zwei Tage vorher. Die Beschwerden sind individuell. „Während der Vorbotenphase können unterschiedliche psychische und körperliche Symptome auftreten. Einerseits kann es zu depressiver Verstimmung, vermehrter Gereiztheit und Unruhe kommen, andererseits aber auch zu Hochstimmung und einem Gefühl besonderer Leistungsfähigkeit. Manche Betroffene entwickeln einen Heißhunger auf Süßigkeiten oder fettige Speisen und sind ungewöhnlich durstig oder haben keinen Appetit, leiden unter Verstopfungen, Müdigkeit oder Benommenheit“, berichtet Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) mit Sitz in Krefeld.

Die Aura

Auf die Prodromalphase folgt bei etwa 10 bis 15 Prozent der Migräne-Patienten eine Auraphase, die mit vorübergehenden neurologischen Reiz- und Ausfallerscheinungen verbunden ist. Dr. Beil beschreibt: „Sie besteht häufig aus Sehstörungen oder auch Schwäche, Taubheit oder einem Kribbeln im Gesicht oder den Extremitäten einer Seite. Einige Patienten leiden unter Sprachstörungen, Schwindel oder Gangunsicherheit.“ Die Phase der Aura setzt langsam ein und geht langsam zurück. Meist dauert sie 15 bis 60 Minuten.

Der Kopfschmerz

In der Regel setzt der Kopfschmerz erst nach dem Ende der Aura ein – seltener überlappen sich Aura und Kopfschmerz. Typischerweise geht die Schmerzphase mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen, Licht-, Lärm-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit einher. „Der mittlere bis starke, pulsierende, pochende oder stechende Kopfschmerz beginnt in der Regel auf einer Seite und breitet sich auf Stirn, Schläfe und Augenbereich aus. Später kann er sich auch auf die andere Kopfseite ausdehnen. Es kann zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen und jegliche körperliche Anstrengung oder auch Stress verstärken die Beschwerden“, schildert der Neurologe. Die Schmerzphase dauert bei erwachsenen Menschen zwischen 4 und 72 Stunden, bei Kindern ist sie oft bereits nach 1 Stunde beendet.

Die Erholung

Auf die Schmerzphase folgt eine Erholungsphase, mit der die Migräneattacke abklingt. Sie dauert bis zu 24 Stunden und ist häufig durch erhöhte Müdigkeit und Abgeschlagenheit gekennzeichnet.

Triptane zu Beginn der Schmerzphase einnehmen

Es stehen verschiedene Medikamente gegen den Kopfschmerz zur Verfügung. „Eine Migräneattacke mit leichten bis mittelgradigen Schmerzen kann mit rezeptfreien Wirkstoffen behandelt werden, wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Bei schweren Attacken können so genannte Triptane angewandt werden“, erläutert Dr. Beil. Der Experte empfiehlt diese zu Beginn der Kopfschmerzphase einzunehmen. Wer den Zeitpunkt verpasst, kann sie noch während der Schmerzattacke einnehmen. Für alle Schmerzmittel gilt: Nicht zu häufig oder zu hoch dosiert einnehmen, denn sonst droht ein Dauerkopfschmerz, der durch die Schmerzmittel ausgelöst wird. Ihr Apotheker berät Sie bezüglich der geeigneten Einnahmedauer und Dosierung.

Mit Entspannung vorsorgen

„Zusätzlich zur Medikation sollten Migräne-Patienten während einer Attacke idealerweise vor Reizen geschützt werden und sich in einem ruhigen, abgedunkelten Raum aufhalten“, rät der Experte. Wer in der Vorphase schon für Ruhe sorgt, Termine verschiebt und sich schont, kann die Attacke möglicherweise abmildern. Bei häufigen Anfällen sollten vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden wie das Erlernen von Entspannungsverfahren, Stressmanagement oder eine Biofeedback-Therapie.

Quelle: Berufsverband Deutscher Neurologen

Autoren

11.04.2016 | Sandra Göbel/BDN
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