Sinn und Unsinn von Ganzkörper-MRTs

Zum Check-up in die Röhre?

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Nicht jedes MRT ist sinnvoll

Privatkliniken und Diagnostikzentren werben vermehrt mit MRTs für den gesamten Körper. Auf diese Weise sollen Erkrankungen früh entdeckt werden. Klingt verheißungsvoll, doch funktioniert das auch? 

Unschädliche Untersuchungsmethode

Die Magnetresonanztomografie (MRT) nutzt Magnetfelder, um das Körperinnere sichtbar zu machen. Im Gegensatz zu Röntgenstrahlen sind Magnetfelder für den Körper nicht gefährlich. Ein „Check-up“ mit einem Ganzkörper-MRT klingt daher auch für Gesunde erstmal reizvoll – immerhin könnten Krankheiten so frühzeitig entdeckt werden, bevor sie Probleme machen. Doch in der Realität funktioniert es nicht so einfach. 

Unnötige Folgeuntersuchungen

Bei konkreten Beschwerden deutet eine Auffälligkeit im MRT oft auf eine konkrete Krankheit hin, wenn die Beschwerden zum MRT-Befund passen. Bei gesunden Menschen ist das anders. Fällt dort etwas im MRT auf, müssen meist weitere Untersuchungen folgen. So kann eine Gewebeentnahme (Biopsie) nötig werden. Solche Folgeuntersuchungen können weitere Probleme verursachen, wie Blutungen oder Infektionen. Dazu kommt, das eine Auffälligkeit im MRT oft erstmal Angst vor Krebs oder anderen Erkrankungen verursacht. Das Problem: Bei etwa 4 von 10 MRTs von Gesunden gibt es einen auffälligen Befund im MRT, ohne dass eine Krankheit dahinter steckt. Nur in 1–2 % der MRTs wird eine Krankheit entdeckt, die sonst später oder gar nicht entdeckt worden wäre. 

Immer eine Momentaufnahme

Auch ein unauffälliges Ergebnis im Ganzkörper-MRT hat wenig Aussagekraft. Denn ein MRT ist immer eine Momentaufnahme. Entwickelt sich eine Krankheit wenige Wochen später, wird sie beim „Check-Up“ nicht entdeckt. In diesem Sinne müssten Ganzkörper-MRTs sehr häufig erfolgen, um einen positiven Effekt zu haben. Dafür ist ein MRT in der Regel aber schlicht zu teuer. Dazu ist unklar, wie viele Erkrankungen durch einen „MRT-Checkup“ übersehen werden. 

Quelle: Medizin transparent 

Autor*innen

25.09.2026 | Dr. med. Tobias Höflein