Einblick in die Welt der Knochen

ABC der Osteoporose

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Bewegung ist Teil der Osteoporose-Therapie. Yoga ist eine schonende Bewegungsform und deshalb besonders gut geeignet.

Jeder Mensch verliert mit dem Alter Knochensubstanz. Bei Menschen mit Osteoporose baut sich der Knochen jedoch übermäßig schnell ab. Ursächlich sind oft hormonelle Veränderungen oder Stoffwechselstörungen. Wer ist besonders gefährdet? Und wie kann man vorbeugen? Experten der Städtischen Krankenhäuser Dresden erläutern Zusammenhänge und geben einen Einblick in die Welt der Knochen.

Alter: Osteoporose betrifft meist Frauen ab dem 50. Lebensjahr. Denn ab diesem Alter sinkt die Produktion weiblicher Geschlechtshormone, die für den Knochenstoffwechsel wichtig sind. Auch einige Medikamente begünstigen die Osteoporose.

B12: Wissenschaftler der Universität Boston fanden heraus: Je mehr Vitamin B12 im Blut vorhanden ist, desto geringer ist das Risiko für Osteoporose.

Calcium: Da Calcium bei der Ausbildung der Knochenstruktur eine wichtige Rolle spielt, raten Experten zu einer calciumreichen Ernährung, um Osteoporose vorzubeugen.

Dual Energy Xray absorption (DEXA): Knochendichtemessung, bei der die Fläche des Knochens ermittelt wird. Dieses Verfahren hilft dabei, eine Osteoporose zu diagnostizieren.

Ernährung: Um Knochen bis ins hohe Alter stark zu halten, bildet eine ausgewogene und gesunde Ernährung die Grundlage.

Frauen: Das weibliche Geschlecht leidet statistisch gesehen häufiger unter Osteoporose als Männer.

Gene: Leiden oder litten bereits andere Familienmitglieder unter Osteoporose, steigt das Risiko, selbst zu erkranken. „Forscher fanden jüngst heraus, dass in bis zu 80 Prozent die genetische Ausstattung für die Knochenqualität verantwortlich ist“, weiß Prof. Dr. med. Tobias Lohmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der I. Medizinischen Klinik im Krankenhaus Dresden-Neustadt.

Hormone: Knochenaufbau und -abbau sind durch einen hormonellen Regelkreis gesteuert. Maßgeblich daran beteiligt ist das in der Nebenschilddrüse hergestellte Parathormon.

Instabilität: Infolge von Osteoporose vermindert sich die Knochenmasse. Auch die kleinen Knochenbälkchen einzelner Wirbelkörper dünnen aus. Es folgen sogenannte Sinterungsfrakturen. Dabei brechen Knochenbälkchen ein und es kommt zu einer instabilen Wirbelsäule.

Jugend: Obwohl Osteoporose meist erst im Alter auftritt, lässt sich das Risiko einer Erkrankung bereits in jungen Jahren vermindern. Neben einer ausgewogenen Ernährung gelten Sport und ein gesunder Lebensstil als maßgebend.

Knochenschwund: Umgangssprachlich wird die Osteoporose als Knochenschwund bezeichnet.

Lebenseinschränkung: Osteoporosepatienten begleitet oftmals die Angst vor Knochenbrüchen durchs Leben. „Betroffenen rate ich jedoch dazu, sich weiterhin viel zu bewegen, um die Muskulatur zu stärken und die Koordination zu verbessern. Dies verringert insbesondere das Sturzrisiko. Auch mit der Erkrankung lässt sich der Alltag weiterhin aktiv gestalten“, betont Dr. med. Leonore Unger.

Milch: Wichtiger Calciumlieferant. „Milch stellt zwar einen guten Lieferanten dar, trotzdem sollten Betroffene auch auf weitere Lebensmittel wie Brokkoli, Grünkohl, Kräuter und Nüsse zurückgreifen, um den Calciumhaushalt zu stabilisieren“, ergänzt Prof. Lohmann.

Nikotin: Menschen, die rauchen, leiden häufiger unter Osteoporose.

Osteoklasten: Im Körper gibt es knochenaufbauende (Osteoblasten) sowie knochenabbauende Zellen (Osteoklasten), die in Wechselwirkung zueinander stehen und maßgeblich zu einem gesunden Knochengewebe beitragen.

Phosphat:Phosphat sollte nicht zu reichlich aufgenommen werden. Hingegen ist eine eiweißreiche Kost gerade im Alter bei altersbedingtem Muskelschwund entscheidend. Erst dann kann auch Calcium richtig aufgenommen werden“, erklärt Dr. Unger.

Quantitative computed tomography: Knochendichtemessung, bei der das Knochenvolumen ermittelt wird. Dieses Verfahren hilft dabei, eine Osteoporose zu diagnostizieren.

Radiofrequenz-Kyphoplastie: Minimalinvasives Verfahren, um Wirbelbrüche sicher aufzurichten. „Über eine kleine Kanüle führen wir zähflüssigen Knochenzement in den gebrochenen Wirbelkörper ein“, erklärt Dr. med. Volkmar Hänig, Leiter des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Städtischen Krankenhaus Dresden-Neustadt.

Sonne: Angeregt durch die UV-B-Strahlen des Sonnenlichts, bildet die Haut Vitamin D, das unter anderem die Aufnahme von Calcium in die Knochenstrukturen verantwortet.

Therapie: Zwar ist Osteoporose nicht heilbar, bestimmte Therapieformen dämmen den Verlauf jedoch ein. Hier kommt eine Kombination aus Medikamenten, Ernährungsumstellung und Sport zum Einsatz.

Untergewicht: Chronisches Untergewicht fördert den Knochenabbau, da der Körper seinen Stoffwechsel herunterfährt und nicht mehr genügend Energie für den Knochenaufbau zur Verfügung stellt.

Vitamin D: Mineralstoff, der den Körper bei der Calciumaufnahme unterstützt und damit maßgeblich am Knochenaufbau beteiligt ist.

Wirbelkörperbruch: Wenn Knochen ihre normale Substanz verlieren, leiden vor allem die Wirbelkörper zwischen den Bandscheiben. Halten diese den Druck bei Bewegung nicht mehr aus, kommt es zu einem Bruch.

X-Ray: Englischer Begriff für Röntgenstrahlen. Er dient jedoch auch als Abkürzung für ein Verfahren zur Knochendichtemessung, das auch DEXA genannt wird. Dieses Verfahren hilft dabei, eine Osteoporose zu diagnostizieren.

Yoga: Schonende Bewegungsform, die sich dank ihrer Kombination aus entspannenden und anspannenden Übungen auch für Osteoporosepatienten eignet.

Zement: Um gebrochene Wirbelkörper wieder aufzufüllen, nutzen verschiedene Therapieverfahren Knochenzement in flüssiger oder visköser Form.

Autoren

S. Göbel/Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt | zuletzt geändert am 27.02.2014 um 13:24 Uhr
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