Husten (trocken)

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Husten ist eine wichtige Schutzreaktion der Atemwege auf Schleim, Krankheitserreger oder eingedrungene Fremdkörper und erfolgt entweder willkürlich oder unwillkürlich über den Hustenreflex.

Mediziner unterscheiden feuchten und trockenen Husten (Reizhusten). Trockener Husten klingt hart und oft bellend. Er tritt auf bei einer beginnenden Erkältung, bei Lungenerkrankungen und als allergische Reaktion. Nicht selten schaukelt er sich hoch zu quälenden Hustenanfällen.

Beschwerdebilder, ihre Ursachen, Maßnahmen und Selbsthilfe

Schmerzhafter, trockener Husten, oft mit Kratzen im Hals; meist trockene oder tränende Augen, evtl. Kopfschmerzen, verminderte Belastbarkeit

Ursachen:

  • Reizung der Atemwege durch Staub, rauch- und gasförmige Schadstoffe in Innenräumen, z. B. durch Kochen auf offenem Feuer (Gasherde)
  • Rauchen, Belastung durch Passivrauchen

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt

Selbsthilfe:

  • Bei hoher Ozonbelastung Aufenthalt im Freien und körperliche Anstrengung meiden
  • Möglichst aufs Rauchen verzichten

Hüsteln, trockener Husten und/oder Räusperzwang, oft mit Kloßgefühl im Hals

Ursachen:

Maßnahme:

  • Bei Gelegenheit zum Hausarzt, wenn die Beschwerden das tägliche Leben beeinträchtigen

Trockener Husten mit Schnupfen und Halsschmerzen

Ursachen:

Selbsthilfe:

  • Viel trinken, z. B. Hustentee
  • Hustenpastillen
  • Hustenlöser
  • Dampf-Inhalationen

Trockener Husten mit Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen

Ursachen:

Maßnahme:

  • Am selben Tag zum Hausarzt bei hohem Fieber oder Atembeschwerden
  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt, wenn sich die Beschwerden nach 3 Tagen nicht bessern

Trockener Husten mit einseitigen, atemabhängigen Brustschmerzen (sehr schmerzhafte Einatmung, schmerzlose Ausatmung)

Ursache:

Trockene Pleuritis (Rippenfellentzündung), z. B. bei

Maßnahme:

  • Am selben Tag zum Hausarzt

Anhaltender, quälender Husten mit erschwerter Atmung und Kurzatmigkeit, v. a. unter körperlicher Belastung

Ursachen:

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt

Anhaltender oder in Attacken wiederkehrender, trockener Husten bei Kindern

Ursachen:

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt, wenn der Husten länger als 3 Wochen anhält

Zunehmender trockener Husten, meist bei Rauchern; oft Abhusten von geringen Blutmengen oder Speichel mit Blutauflagerungen; evtl. Fieber und/oder Gewichtsabnahme

Ursachen:

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt, wenn der Husten länger als 3 Wochen anhält

Anhaltender, trockener Husten, Kurzatmigkeit und zunehmende Schwierigkeiten, tief einzuatmen

Ursache:

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt, wenn der Husten länger als 3 Wochen anhält

Trockener Husten und zunehmende Kurzatmigkeit bei langjähriger, beruflicher Staubbelastung

Ursache:

  • Pneumokoniose (Staublungenkrankheit), z. B. bei Zementarbeitern, Bergleuten

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Haus- oder Werksarzt, wenn der Husten länger als 3 Wochen anhält

Trockener Husten mit Gelenkbeschwerden; oft Fieber; oft Hautausschlag, z. B. rote Knötchen oder Flecken; oft Kurzatmigkeit; evtl. anhaltender, oft blutiger Schnupfen; evtl. Augenentzündungen

Ursachen:

Maßnahmen:

  • Am selben Tag zum Hausarzt bei starken Gelenkbeschwerden
  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt, wenn sich die Beschwerden nach 3 Tagen nicht bessern

Trockener Husten und Kurzatmigkeit, zunächst v. a. bei Belastung; häufiges Wasserlassen in der Nacht, Beinödeme, oft Atemnot beim flachen Liege

Ursache:

Maßnahmen:

  • Am selben Tag zum Hausarzt, wenn die Beschwerden plötzlich auftreten oder sich rasch verschlechtern
  • Sonst in den nächsten Tagen zum Hausarzt

Wiederkehrender, v. a. nächtlicher, trockener Husten mit Sodbrennen

Ursache:

Maßnahme:

  • Am selben Tag zum Hausarzt bei blutigem Auswurf, sonst in den nächsten Tagen

Plötzlicher, extremer Hustenreiz nach Verschlucken

Ursache:

  • Fremdkörper in den unteren Atemwegen (Aspiration)

Maßnahme:

  • Am selben Tag zum Haus-, HNO-Arzt oder in die Klinik, bei Atemnot Notarzt rufen

Trockener Husten bei Einnahme von Medikamenten

Ursache:

Häufige Nebenwirkung von Medikamenten wie

  • ACE-Hemmern
  • Betablockern
  • Schmerz- und Rheumamitteln (NSAR)

Maßnahme:

  • Beim nächsten Termin mit dem Arzt besprechen, wenn das Mittel ärztlich verordnet wurde und Sie unter dem Husten leiden

Ihr Apotheker empfiehlt

Verzicht aufs Rauchen.

Zum "kalten Entzug" vom Glimmstängel gibt es zum Glück zahlreiche weniger abrupte Alternativen: Neben einer Tabakentwöhnung mittels Hypnose, Akupunktur oder Verhaltenstherapie bieten sich Nikotinpflaster oder -kaugummis, Medikamente mit den Wirkstoffen Bupropion oder Vareniclin sowie E-Zigaretten an. Auch Nichtraucher sollten Passivrauchen so gut es geht vermeiden.

Inhalationen.

Inhalationen sind ein gutes Mittel zum Hustenlösen, da der inhalierte Dampf die Bronchien erweitert. Üblich ist die Methode mit Schüssel und Tuch: In die Schüssel kommt heißes oder kochendes Wasser mit 1 Esslöffel Salz pro 2 l. Anstelle des Salzes eignen sich auch pflanzliche Zusätze oder ätherische Öle. Das Tuch wird zeltartig über den Kopf gelegt und der Kopf über die Schüssel gebeugt, um den aufsteigenden Dampf einzuatmen. Das Tuch verhindert, dass der Dampf schnell entweicht. Wichtig: Der Wasserdampf sollte zwar möglichst heiß, aber noch erträglich sein.

Alternativ bieten Apotheken Inhalatoren mit Mund-Nasen-Masken an. Sie sind standfest und verlieren die Flüssigkeit nicht, somit besteht keine Verbrühungsgefahr für Kinder. Allerdings lassen sich mit ihnen nur ätherische Öle inhalieren, andere Zusätze oder Salz schädigen das Gerät.

Brustwickel.

Brustwickel wirken nicht spezifisch gegen den Husten, können ihn aber über ihre beruhigende und durchblutungsfördernde Wirkung positiv beeinflussen. Hierfür wird ein Tuch mit heißem Wasser übergossen und – bei angenehm warmer Temperatur – auf die Brust gelegt. Anstelle des Wassers lassen sich auch Thymiantee, erwärmter Magerquark oder fein gehackte erwärmte Zwiebeln auftragen. Anschließend wird ein in Längsrichtung gefaltetes Handtuch so straff wie möglich um die Brust und das feuchtwarme Innentuch gelegt und fixiert. Den Wickel so lange wirken lassen, bis er sich kühl anfühlt.

Flüssigkeitszufuhr.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mind. 1–2 l/Tag befeuchtet die Schleimhäute und mildert dadurch den Hustenreiz. Besonders gut eignen sich Tees, zum Beispiel solche mit Thymian, Spitzwegerich oder Fenchel. Achtung: Jede zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme steigert die Harnausscheidung; ist diese gestört (z. B. bei Herzinsuffizienz und Niereninsuffizienz), ist deshalb Vorsicht geboten.

Hustenblocker.

Hustenblocker (auch: Antitussiva) tun genau das: Sie blockieren den Hustenreflex und gönnen dem Erkrankten (sowie seinem Bettnachbarn) dadurch etwas Ruhe. Zur dauerhaften Beseitigung des Hustens sowie bei lockerem Husten mit Auswurf eignen sie sich jedoch weniger.

Bei Asthma Medikamente nehmen.

Asthmatiker sollten immer einen Bronchodilator bei sich tragen, um einer möglichen Verkrampfung der Bronchialmuskulatur entgegenzuwirken. Im Falle gehäuft auftretender Atemprobleme empfiehlt sich eine Dauermedikation in Form von kortisonhaltigen Entzündungshemmern.

Regelmäßig lüften.

Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus, daher empfiehlt es sich, daheim regelmäßig zu lüften und die Raumluft im Winter zu befeuchten. Im Winter sollte das Fenster bei Husten jedoch eher geschlossen bleiben, denn kühle Temperaturen wirken ebenfalls austrocknend und sind zudem bei Viren besonders beliebt.

Viel befahrene Straßen meiden.

Die Schadstoffbelastung liegt vor allem in Großstädten mit hohem Verkehrsaufkommen häufig über dem festgelegten Grenzwert. Gerade in Stoßzeiten empfiehlt es sich daher, Verkehrsadern zu meiden. Zum Joggen, Radfahren oder gemütlichen Spazierengehen eignen sich sowieso viel eher Parks und Grüngürtel.

Daheimbleiben bei Hitze.

Eine hohe Ozonbelastung bei Hitze schädigt die Bronchien besonders von älteren und kranken Menschen. Ab einer Konzentration von 180 µg/m in der Luft sollten sie daheimbleiben und körperliche Anstrengung meiden. Ab 240 µg/m rufen die Behörden den Ozonalarm aus.

Autoren

Dr. med. Arne Schäffler; Dr. med. Brigitte Strasser-Vogel. Sektion „Ihr Apotheker empfiehlt“: Dr. med. Arne Schäffler; Leonard Olberts | zuletzt geändert am um 08:42 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung durch Ihren Apotheker ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.
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