Nasenbeschwerden

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Eine Allergie ist ein möglicher Auslöser für eine laufende Nase.

Zu den häufigsten Nasenbeschwerden zählen die verstopfte Nase und die laufende Nase. Während bei einer laufenden Nase oft eine Allergie oder Infektion zugrunde liegt, kommen bei einer verstopften Nase auch Verwachsungen, Verletzungen oder Arzneimittel infrage. Zudem kann eine verstopfte Nase auch als Folge eines chronischen oder allergischen Schnupfens auftreten, etwa wenn die andauernde Reizung der Nasenschleimhaut zur Bildung von Nasenpolypen führt. Diese sind nicht gleichzusetzen mit den – ebenfalls als Polypen bezeichneten – Vergrößerungen der Rachenmandeln, die bei Kindern häufig vorkommen (Adenoide im Nasenrachen). Vielmehr handelt es sich um Schleimhautwucherungen in den Nasennebenhöhlen, die bis in die Nasenhöhle vorwachsen und dort als weißliches Gewebe sichtbar werden. Eine Allergie auf Acetylsalicylsäure führt besonders häufig zu Nasenpolypen. Wenn kortisonhaltige Nasensprays und Antihistaminika die Beschwerden nicht ausreichend bessern, wird eine operative Entfernung der Wucherung erforderlich.

Wiederholtes Nasenbluten kann auf einen unentdeckten Bluthochdruck hinweisen. In diesem Fall wird er häufig begleitet von Schwindelgefühl und Kopfschmerzen. Da Bluthochdruck vor allen anderen Erkrankungen zum Schlaganfall disponiert, muss er unbedingt behandelt werden.

Beschwerdebilder, ihre Ursachen, Maßnahmen und Selbsthilfe

Einseitig verstopfte Nase; oft Schnarchen; manchmal näselnde Sprache

Ursachen:

  • Nasenscheidewand-Verbiegung, angeboren oder nach Verletzung
  • Nasenpolypen
  • Gut- und bösartige Tumoren in Nase, Nasennebenhöhle oder oberem Rachen
  • Meningoenzephalozele (Selten vorkommende Fehlbildung, bei der Hirnhautanteile bis in die Nasenhöhle vordringen)

Maßnahme:

  • Bei erstmaligem Auftreten in den nächsten Tagen zum HNO-Arzt

Beidseitig verstopfte Nase ohne weitere Beschwerden

Ursachen:

  • Nebenwirkung von Medikamenten, z. B. Bluthochdruckmitteln, "Pille"
  • Dauergebrauch schleimhautabschwellender Nasentropfen
  • Schwangerschaftsschnupfen als harmlose Folge von hormonellen Veränderungen

Maßnahme:

  • Bei Bedarf in den nächsten Wochen zum Hausarzt bzw. Gynäkologen zur Umstellung auf andere Medikamente bzw. Verhütungsmethoden

Selbsthilfe:

  • Abschwellende Nasentropfen weglassen oder schrittweise die Dosis abbauen mithilfe von zunehmend verdünnten Nasentropfen (vom Apotheker)

Beidseitig verstopfte Nase mit Schnarchen und/oder näselnder Sprache bei Kindern; häufige Mittelohrentzündungen, Schwerhörigkeit; Mundatmung

Ursache:

  • Polypen (Adenoide im Nasenrachen, vergrößerte Rachenmandeln)

Maßnahmen:

  • Am selben Tag zum Kinder-, Haus- oder HNO-Arzt, wenn zusätzlich Fieber oder Ohrenschmerzen auftreten
  • In den nächsten Tagen zum Arzt, wenn die Beschwerden länger als einen Monat andauern

Beidseitig verstopfte Nase mit Schnarchen und/oder näselnder Sprache bei Erwachsenen; Räusperzwang; oft Kopfschmerzen

Ursache:

  • Nasenpolypen

Maßnahme:

  • In den nächsten Wochen zum HNO-Arzt

Beidseitig verstopfte Nase mit Trockenheitsgefühl; Bildung von Krusten, Schorf und Borken; oft Juckreiz, leichtes Brennen; evtl. gehäuftes Nasenbluten; evtl. Verschlechterung des Riechvermögens; selten übler Geruch aus der Nase (Stinknase)

Ursache:

Trockene Nase, z. B. durch

  • Arbeit in staubbelasteter Luft
  • Radikale Operationen in der Nasenhöhle
  • Dauergebrauch schleimhautabschwellender Nasentropfen
  • Schnupfen von Kokain

Maßnahme:

  • In den nächsten Wochen zum Haus- oder HNO-Arzt

Selbsthilfe:

  • Raumluft in der Wohnung und am Arbeitsplatz befeuchten
  • Mehrmals täglich Nasenduschen mit Salzwasser
  • Salzhaltige Nasenöle oder -salben, schleimhautpflegende Nasensalben oder -tropfen

Beidseitiger, wässriger Schnupfen (Fließschnupfen); Niesreiz; behinderte Nasenatmung; oft Verschlechterung des Riechvermögens; evtl. Bindehautentzündung (Konjunktivitis); evtl. Jucken und Kribbeln in der Nase

Ursachen:

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt, wenn die Beschwerden nach einer Woche nicht besser werden

Selbsthilfe:

  • Bei Erkältungsschnupfen Dampfinhalationen, salzhaltige Nasensprays, schleimhautabschwellende Nasentropfen (maximal 5 Tage)
  • Bei allergischem und vasomotorischem Schnupfen möglichst Auslöser vermeiden
  • Bei vasomotorischem Schnupfen Versuch mit Kneipp-Therapie (Wechselbäder): z. B. kalte Gesichtsgüsse, feucht-kalte Brustwickel, mehrmals täglich Hochschnupfen von eiskaltem Wasser

Beidseitiger, schleimiger oder eitriger Schnupfen

Ursachen:

Maßnahmen:

  • Am nächsten Tag zum Haus- oder HNO-Arzt bei Fieber oder Kopfschmerzen, die sich beim Bücken verstärken (Hinweis auf Nasennebenhöhlenentzündung)
  • In den nächsten Tagen zum Arzt, wenn die Beschwerden nach einer Woche nicht besser werden

Selbsthilfe:

  • Dampfinhalationen mit Salz- oder Kamillelösung
  • Schleimhautabschwellende Nasentropfen (maximal 5 Tage)
  • Bei Beteiligung der Nasennebenhöhlen schleimlösende Pflanzenextrakte, kalte Quarkauflagen (bei akuter Form), Rotlicht oder warme Auflagen (bei chronischer Form)

Anfallartiges, einseitiges Nasenlaufen mit gleichseitigen, stärksten Kopfschmerzen; gleichseitige Augenrötung und Tränenfluss; mehrfach täglich wiederkehrend; Anfallsdauer 15–180 Minuten

Ursache:

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt oder Neurologen

Erstmaßnahme:

  • Aufrechte Haltung einnehmen, nicht hinlegen

Selbsthilfe:

  • Meiden von Auslösern wie z. B. Alkohol, Nikotin, Badezusätzen

Einseitige, schleimig-eitrige Absonderungen aus der Nase; oft übelriechend

Ursachen:

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Haus- oder HNO-Arzt, bei Verdacht auf Fremdkörper sofort

Einmaliges oder seltenes Nasenbluten

Ursachen:

  • Normale Erscheinung, besonders bei trockener Nasenschleimhaut (z. B. nach Erkältungsschupfen)
  • Kleine Schleimhautverletzungen, z. B. durch Bohren
  • Fremdkörper in der Nase
  • Sturz oder Schlag auf die Nase (Nasenbeinbruch)
  • Sturz oder Schlag auf den Kopf
  • Blutdruckentgleisung

Maßnahmen:

  • Notarzt rufen bei Blutung nach Schlag oder Stoß auf den Kopf ohne sichtbare Nasenverletzung
  • Sofort zum Haus- oder HNO-Arzt, wenn die Blutung länger als 30 Minuten andauert oder die Nase verletzt ist

Selbsthilfe:

  • Aufrecht hinsetzen, Kopf vorbeugen, Nasenflügel 10–20 Minuten zusammendrücken
  • Kalter Lappen oder Eisbeutel in den Nacken

Wiederkehrendes Nasenbluten

Ursachen:

  • Erhöhte Verletzlichkeit von Blutgefäßen an der Nasenscheidewand
  • Bluthochdruck
  • Krankhafte Blutungsneigung
  • Gut- und bösartige Tumoren in der Nase
  • Wegener-Granulomatose

Maßnahmen:

  • Sofort zum Haus- oder HNO-Arzt, wenn die Blutung länger als 30 Minuten anhält
  • In den nächsten Wochen zum Arzt, wenn Blutungen häufig wiederkehren

Selbsthilfe:

  • Aufrecht hinsetzen, Kopf vorbeugen, Nasenflügel 10–20 Minuten zusammendrücken
  • Kalter Lappen oder Eisbeutel in den Nacken

Abgang blutigen Nasensekrets

Ursachen:

Maßnahmen:

In den nächsten Tagen zum Haus- oder HNO-Arzt bei

  • Einseitiger blutiger Sekretion über mehr als eine Woche
  • Beidseitiger blutiger Sekretion über mehr als vier Wochen

Gerötete Schwellung an Nasenspitze oder -eingang; sehr druckschmerzhaft; evtl. Fieber; evtl. geschwollene Oberlippe

Ursache:

Maßnahme:

  • Am nächsten Tag zum Haus- oder HNO-Arzt

Selbsthilfe:

  • In Ruhe lassen, auf keinen Fall herumdrücken oder aufstechen

Knollenartig vergrößerte, gerötete Nase mit vergrößerten Poren

Ursache:

  • Rhinophym (knollenförmig verdickte Nasenspitze als besondere Form der Rosazea)

Maßnahme:

  • Bei Gelegenheit zum Hausarzt

Ihr Apotheker empfiehlt

Inhalieren.

Wenn eine Erkältung die Nase verstopft, sorgt mehrmals tägliches Inhalieren wieder für freie Atemwege. Feuchtigkeit und Wärme beruhigen die gereizten Schleimhäute, dafür ist heißer Wasserdampf ausreichend. Wer will, kann trotzdem noch Zusätze einsetzen: Salz soll die Befeuchtung intensivieren, Kamille wirkt leicht desinfizierend und ätherische Öle (z. B. Eukalyptus oder Fichtennadeln) lösen den Schleim.

Die beste Methode zum Inhalieren ist es, den Kopf über einen Kochtopf mit heißem Wasser zu halten und mit einem Handtuch abzudecken. Der Kopf muss möglichst nah an die Wasseroberfläche kommen – idealerweise so weit, dass es gerade noch auszuhalten ist. Der Patient atmet dabei durch die Nase ein und aus. Die Augen bleiben geschlossen – Dampf und Zusätze reizen sie nur.

Als alternative Methode bieten sich Dampfinhalatoren mit Mund-Nasen-Aufsatz aus der Apotheke an. Sie haben den Vorteil, dass der Dampf gezielter wirkt, die Dosierung von Zusätzen genauer ist und kaum Verbrühungsgefahr besteht.

Hinweis:

Für Säuglinge oder Kinder sowie Asthmapatienten sind ätherische Öle nicht geeignet. Es droht in beiden Fällen Atemnot als Nebenwirkung.

Nasentropfen und -sprays

sind mit verschiedenen Inhaltsstoffen erhältlich. Bei Schnupfen und verstopfter Nase werden vor allem abschwellende Nasensprays angewendet. Wirkstoffe wie Xylometazolin verengen die Gefäße, die Schleimhaut schwillt ab und die Nase ist wieder frei. Sie sollten maximal eine Woche angewendet werden (siehe unten). Salzhaltige Nasensprays befeuchten die Nasenschleimhaut und machen das Sekret flüssiger. Sie sind eine gute Alternative zu den abschwellenden Nasensprays, da sie schonender wirken.

Bei allergischen Beschwerden helfen Antihistamin- oder Cromoglicinsäure-haltige Nasensprays. Sie dienen z. B. der Vorbeugung und Behandlung von Heuschnupfen und werden mehrmals täglich angewendet.

Hinweis:

Bei längerem Gebrauch machen abschwellende Nasensprays süchtig. Die Schleimhaut gewöhnt sich an den Effekt und schwillt ohne das Medikament nicht mehr ab. Es kommt zu chronischem Schnupfen, der sogenannten Rhinitis medicamentosa. Der Einsatz abschwellender Nasensprays ist deshalb auf maximal eine Woche zu begrenzen.

Pflege für die Nase.

Nasenspülungen befeuchten und beruhigen die gereizte Schleimhaut. Sie werden besonders bei Erkältungen und Allergien als sehr angenehm empfunden. Zur Spülung der Nase wird eine physiologische Kochsalzlösung (0,9 % Kochsalzgehalt) empfohlen, da ein zu hoher oder zu niedriger Salzgehalt die Schleimhaut zusätzlich reizt. Geeignete Lösungen sind in der Apotheke erhältlich. Wer sie selbst herstellen will, gibt 1 gestrichenen Teelöffel Speisesalz (= ca. 5 g) auf 500 ml Wasser.

Ebenfalls wohltuend sind schleimhautpflegende Sprays, Salben, Öle oder Tropfen. Sie befeuchten die Nasenschleimhaut und fördern die Wundheilung. Geeignet sind z. B. Pflegemittel mit Dexpanthenol, Vitamin A, Vitamin E oder Ectoin.

Pflanzliche Schleimlöser.

Wenn zähflüssiger Schleim Nase und Nasennebenhöhlen verstopft, lindern pflanzliche Medikamente die Beschwerden. Sie regen die Produktion von Schleim an und machen ihn flüssiger, sodass er leichter aus der Nase abfließt. Geeignet sind z. B. Zubereitungen aus Thymian, Efeu, Enzianwurzel, Primel oder Schlüsselblume. Viele pflanzliche Schleimlöser kombinieren mehrere Inhaltsstoffe. Die Zubereitungen sind als Tabletten oder Saft erhältlich.

Raumluft befeuchten.

Zu wenig Feuchtigkeit in der Luft trocknet die Nasenschleimhäute aus. Das erschwert gerade bei verstopfter Nase die Atmung. Die optimale Luftfeuchtigkeit in Innenräumen liegt zwischen 50 und 60 %. Passende Messgeräte, sogenannte Hygrometer, sind günstig im Handel erhältlich. Am besten geeignet sind digitale Hygrometer, weil die früher üblichen Haarhygrometer kalibriert werden müssen, was ohne weitere Geräte nicht möglich ist. Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit sind Luftbefeuchter mit Wasserdepots oder die altbewährten feuchten Handtücher über der Heizung empfehlenswert. Aber Vorsicht: steigt die Feuchtigkeit über 65 %, droht auch in "normalen" Innenräumen die Bildung von Schimmel in Ecken und hinter Schränken und Regalen.

Autoren

Dr. med. Arne Schäffler; Dr. med. Brigitte Strasser-Vogel; Sektion "Ihr Apotheker empfiehlt": Dr. med. Arne Schäffler; Miriam Knauer | zuletzt geändert am um 07:12 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung durch Ihren Apotheker ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.
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