Riechstörungen

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Im besten Fall reicht bereits ein einfaches Schneuzen, um wieder besser zu riechen.

Unsere Geruchswahrnehmung unterscheidet bis zu 10 000 Gerüche. Beim Atmen gelangen Duftmoleküle in die obere Nasenhöhle zur Riechschleimhaut. Diese enthält drei Millionen Riechzellen, die auf bestimmte Duftmoleküle spezialisiert sind. Wenn die Duftmoleküle dort andocken, lösen sie einen Impuls aus, der ins Gehirn weitergeleitet wird, zunächst in die Riechkolben oberhalb der Nasenwurzel, dann weiter in das Riechhirn (Riechzentrum). Jede Veränderung in diesem Ablauf kann zu einer Riechstörung führen. Als Ursache kommen Hirnerkrankungen infrage, aber auch Nasenerkrankungen, die den Luftstrom behindern oder die Riechschleimhaut schädigen. Im Alter lässt der Geruchssinn häufig nach.

Von einer Riechstörung abzugrenzen ist ein Unterentwickelter oder fehlender Geruchssinn (Hyposmie, Anosmie). Dabei handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung bzw. Fehlen des Riechkolbens; oft verbunden mit gestörter Geschlechtsentwicklung, dann als Kallmann-Syndrom bezeichnet. Zum Nachweis einer Riechstörung dient dem Arzt die Riechprüfung (Olfaktometrie) mit klassischen Geruchs- und Reizstoffen, z. B. Schwefelwasserstoff, Essig, Pfefferminze, Rosenduft und Vanille.

Beschwerdebilder, ihre Ursachen, Maßnahmen und Selbsthilfe

Angeborener, teilweiser oder vollständiger Verlust oder Nichtvorhandensein des Riechvermögens

Ursachen:

Maßnahme:

  • In den nächsten Wochen zum HNO-Arzt

Kurzfristige Verschlechterung des Riechvermögens; rinnende oder verstopfe Nase; oft Verbesserung nach Naseputzen

Ursachen:

Selbsthilfe:

  • Inhalationen, schleimhautabschwellende Nasentropfen (maximal 5 Tage), salzhaltige Nasensprays

Längerfristige Verschlechterung des Riechvermögens bei verstopfter oder rinnender Nase

Ursachen:

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Haus- oder HNO-Arzt, wenn die Störung neu auftritt

Plötzliche, bleibende Verschlechterung des Riechvermögens; bei Vergiftung meist weitere Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel, Speichelfluss, Sehstörungen

Ursachen:

Maßnahme:

  • Sofort Notarzt rufen oder in die nächste Klinik bei Kopfverletzungen oder möglicher Vergiftung

Allmähliche (evtl. auch schubweise) Verschlechterung des Riechvermögens

Ursachen:

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Haus- oder HNO-Arzt, wenn die Störung neu auftritt

Ungewöhnliche Geruchswahrnehmungen

Ursache:

Geruchshalluzination bei

Maßnahme:

  • Sofort zum Hausarzt, Neurologen oder Psychiater, außer bei bereits gestellter Diagnose, z. B. bekannter Epilepsie oder bekanntem Drogenmissbrauch

Ihr Apotheker empfiehlt

Da als Ursache auch ernste Erkrankungen in Betracht kommen, sollten Riechstörungen grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

Autoren

Dr. med. Arne Schäffler; Dr. med. Brigitte Strasser-Vogel; Sektion "Ihr Apotheker empfiehlt": Dr. med. Arne Schäffler; Sandra Göbel | zuletzt geändert am um 10:59 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung durch Ihren Apotheker ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.
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